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Aktuelle Presse-Berichte (chronologisch)


 

Aramäer sehen sich voll integriert

Mädchen der aramäischen Gemeinde zeigen Tänze aus der Heimat ihrer Vorfahren. Foto: Andreas Nistler

2012-Oktober

Aramäer sehen sich voll integriert

500 Gemeindemitglieder und Gäste haben am Sonntag an der Elsflether Straße gefeiert. Auch der aramäische Erzbischof war vor Ort.

Von Helmuth Riewe

Delmenhorst. Im Beisein des in Warburg residierenden aramäischen Erzbischofs Dr. Mor Julius Hanna Aydin hat die St. Johannes-Gemeinde der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien am Sonntag den elften Jahrestag der Einweihung ihres Kirchengebäudes an der Elsflether Straße gefeiert.

Mehr als 500 Gemeindemitglieder und Gäste drängelten sich in und vor dem Gemeindezentrum, um Lied- und Tanzvorführungen sowie Vorträge des Bischofs zu hören. Unter die Ehrengäste hatte sich neben Vertretern der christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinden auch der stellvertretende Generalkonsul Abdullah Metin Durmus (Hannover) gemischt. „Uns ist es wichtig, vielfältige Kontakte nach allen Seiten zu halten“, so der stellvertretende Gemeindevorsitzende Gabriel Eker.

Nach einem festlichen Gottesdienst, in dem zahlreiche neue Messdienerinnen und Messdiener in ihr Ehrenamt eingeführt wurden, wurde eine Ausstellung eröffnet, die an die Herkunft der 380 Delmenhorster Aramäer-Familien aus der südtürkischen Region Tur Abdin erinnerte.

Die Gemeindemitglieder seien längst endgültig in Delmenhorst und in Deutschland angekommen, erläuterte Eker. Die ganz überwiegende Zahl, mehr als 90 Prozent, der hier lebenden Aramäer verfüge über die deutsche Staatsbürgerschaft.
Quelle: Delmenhorster Kreisblatt
 


Delme Delmenhorst damals

Von

Der aramäische Kulturverein Tur Abdin hat seine Begegnungsstätte an der Mühlenstraße/Ecke Welsestraße eröffnet. Den Treffpunkt hatten die Aramäer zusammen mit deutschen Freunden aus einer ehemaligen Werkstatt geschaffen. Neben einem Café gibt es einen variablen Raum, der unterschiedlich genutzt werden kann. Die aus dem Tur Abdin im Südosten der Türkei stammenden Aramäer sind syrisch-orthodoxe Christen und wurden wegen ihres Glaubens seit Jahrhunderten, insbesondere auch seit Beginn des 20. Jahrhunderts verfolgt. Der am 2. September dieses Jahres gegründete Kulturverein der Delmenhorster Aramäer hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die aramäischen Kinder in der Sprache und Schrift ihres Volkes zu unterrichten, damit diese uralte Sprache, die auch die Sprache Jesu war, nicht in Vergessenheit gerät. Außerdem wurden eine Theater- und eine Folkloregruppe gegründet. Auch Sport soll ein Schwerpunkt im Vereinsleben werden. Und all das soll möglichst zusammen mit Deutschen betrieben werden, denn die Aramäer sind nach eigenem Bekunden sehr an Kontakten interessiert und suchen das offene Gespräch. Sie haben Delmenhorst als ihre künftige Heimat ausgewählt und streben jetzt die deutsche Staatsangehörigkeit und die Integration in das gesellschaftliche Leben an, ohne dabei die eigene Herkunft und Geschichte zur verlieren (12. Oktober 1987)

Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/zeitungen_artikel,-Delme%09%09Delmenhorst-damals-_arid,396673.html
 

19.1.2011

2.12.2010

27.11.2010

 

 2.10.2010: Nordwest-Zeitung

 

Stolz auf das neue Markenzeichen sind (von links) Dechant Hubert von der Heide (katholische Kirchengemeinden), Pastor Rudi Grützke (methodistische Gemeinde), Pastor Enno Konukiewitz (Vorsitzender des evangelischen Kirchenverbandes), der Grafiker und Maler Gerhard Juchem und Pastor Simon Eker (aramäische Gemeinde). BILD: bednarz

Christen auf einem Schild vereint

 

Ökumene Gemeinschaftsprojekt der Fünf in Delmenhorst vertretenen Konfessionen
Nur noch ein einziges Schild wird demnächst auf die fünf christlichen Kirchen hinweisen. Die in der Stadt vertretenen Konfessionen wollen damit ein Zeichen der Gemeinsamkeit setzen.

von Wolfgang Bednarz

Delmenhorst - Es muss Schluss sein mit dem „Schilderwald“ an den Ortseingängen, fanden die fünf in Delmenhorst vertretenen christlichen Kirchen. Statt dass jede einzelne Konfession mit einem eigenen Schild auf sich aufmerksam macht, sollte etwas Gemeinsames her, war die einhellige Meinung im ökumenischen Arbeitskreis, in dem die fünf christlichen Konfessionen Delmenhorsts zusammengeschlossen sind.

So entstand der Plan, ein gemeinsames Schild zu entwerfen. In dem Grafiker und Maler Gerhard Juchem, der viele Jahre lang in der Ökumenischen Laienbewegung tätig war und für diese mehr als hundert Plakate entworfen hat, fand der Arbeitskreis den Mann, der die Idee in einen Entwurf umsetzte: Die klassische Kirchen-Silhouette, unter deren Dach die fünf christlichen Konfessionen vereint sind. Die neuen Schilder sollen in den kommenden Wochen aufgestellt werden.

„Das was das Schild ausdrückt, leben wir schon“, sagte der methodistische Pastor Rudi Grützke bei der Vorstellung des ökumenischen Projekts. Mit dabei sind – neben evangelischer und katholischer Kirche – Methodisten, Baptisten und Aramäer.

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Stadt/Delmenhorst/Artikel/2444516/Christen+auf+einem+Schild+vereint.html

 

 

                             

 

13.07.2010: Aramäische Gemeinde fürchtet um die Sicherheit ihrer Mitglieder
Forderung nach einer Ampel an der Nordenhamer Straße/Ecke Elsflether Straße
An der Stelle, wo viele Kirchenbesucher die Nordenhamer Straße überqueren, sei es schon mehrfach zu Unfällen gekommen, sagt Iskender Sen. Besonders für Kinder und Ältere bestehe Gefahr.

Von Jens T. Schmidt

Delmenhorst. Eine breite Fahrbahn, eine Kurve, die die Sicht behindert, viele Betriebe, kaum Wohnhäuser – so manchen Autofahrer animiert die Nordenhamer Straße zum zu schnellen fahren. Das macht der Aramäischen Gemeinde Sorgen, deren Kirche und Gemeindezentrum sich an der angrenzenden Elsflether Straße befinden. „Eine Ampel muss her, bevor hier jemand auf der Straße stirbt“, fordert Iskender Sen, Vorsitzender der Gemeinde und SPD-Ratsherr. Viel habe bei mehreren Unfällen in den letzten Jahren daran nicht gefehlt. Eine Option: Die Versetzung der Ampel, die rund 300 Meter in Höhe der Lemwerderstraße Fußgängern das Überqueren der Fahrbahn ermöglicht. An der Elsflether Straße sei diese Ampel wesentlich besser aufgehoben, betonen die Aramäer, denn wer zu Fuß aus dem Bereich Wendenstraße/Frankenstraße zur Kirche komme, nehme nicht den Umweg zur Lemwerderstraße in Kauf, da die Straße, die zum Gemeindezentrum führt, direkt gegenüber liege.„Wir haben wegen des Religions- und Nachhilfeunterrichts jeden Tag 40 bis 50 Kinder hier“, weist Gabro Kilic aus dem Jugendvorstand der Gemeinde auf eine besonders gefährdete Gruppe hin. Auch der Großteil der Senioren – der Älteste sei schon über 100 Jahre alt – komme stets zu Fuß zur Elsflether Straße. Besonders am späten Nachmittag, also wenn viele Berufspendler auf der Nordenhamer Straße unterwegs seien, kommen laut Kilic viele Mitglieder zur Kirche. „Am Wochenende finden hier im Saal außerdem viele Veranstaltungen, Feste und Hochzeiten mit 300, 400 Leuten statt“, fügt Iskender Sen hinzu. „Die vorhandene Verkehrsinsel bringt nichts. Besonders abends nehmen Autofahrer die gar nicht wahr“, sagt Gabro Kilic. Die Kurve, durch welche die Straße nicht einzusehen sei, mache die Situation noch gefährlicher. Nur die Signalwirkung einer roten Ampel könne die Situation entschärfen, sind die Aramäer sich sicher.„Aus verkehrlicher Sicht wäre die Versetzung der Ampel grundsätzlich möglich“, erklärt Rathaussprecher Timo Frers auf Anfrage. Bevor aber eine entsprechende Vorlage für die Ratsgremien erstellt werden könne, seien noch Gespräche mit der Käthe-Kollwitz-Schule an der Hasberger Straße nötig, weil der Bereich auch ein Schulweg sei. Diese Gespräche sollen nach den Sommerferien geführt werden, so Timo Frers.
Quelle: Delmenhorster Kreisblatt: 2010-07-13

05.07.2010: Aramäern liegt viel an Ampel

Foto fehlt
Gefüllte Weinblätter und Maultaschen hat Meryem Özcan (li.) mit anderen Frauen der aramäischen Gemeinde für die Besucher wie Inge Böttcher und Jürgen Stöver von der SPD vorbereitet.
FOTO: Andreas Nistler

Vertreter der Parteien auf Gemeindefest

Sowohl Sozial- als auch Christdemokraten haben sich gestern beim Tag der offenen Tür der St.-Johannes-Gemeinde informiert. Sie kamen mit Aramäern ins Gespräch.

Von Julia Brünner

Delmenhorst. Große Sorge bereitet dem Vorstand der aramäischen Gemeinde die Verkehrssituation an der Nordenhamer Straße. Ihren gestrigen Tag der offenen Tür haben die Vorstandsmitglieder Iskender Sen und Meryem Özcan genutzt, um den politischen Vertreter ihre Anliegen zu schildern.

Am wichtigsten ist ihnen die Versetzung der Ampelanlage auf Höhe der Elsflether Straße, um besonders Senioren und Kindern einen sicheren und direkten Weg zur St. Johannes-Gemeinde zu ermöglichen. Zu den Gästen zählte CDU-Landtagsabgeordnete Swantje Hartmann, die einige Mitglieder aus der Frauen- und Senioren-Union um Käthe Stüve begleitet hat, und Dr. Michael Adam von der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft. Sie verstanden ihren Besuch als freundschaftliche Geste. „Viele von uns wissen, was es bedeutet, aus der Heimat vertrieben worden zu sein“, sagte Hartmann.

Inge Böttcher und Waltraut Kurzhals-Dingel vertraten den Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen. Allen lag daran, die Integrationsideen weiter zu intensivieren. Die Sozialdemokraten wollen den Kontakt zu den Frauengruppen der Gemeinde suchen. Es verbindet sie das Thema der Pflege von Angehörigen. Özcan kann sich für ihre Mutter nicht vorstellen, sie in ein Seniorenheim zu geben, da sie nicht Deutsch spräche und religiöse Rituale dort nicht berücksichtigt würden. Hartmann regte eine Zusammenarbeit mit der Caritas oder Diakonie an. Die aramäische Gemeinde plant eine Wiese für einen Spielplatz zu nutzen. Dafür ist allerdings eine Genehmigung von der Stadt nötig, klärte Adam auf.

dk-online.de / 2010-07-05
 

05.07.2010: Friedliebendes Volk der Aramäer mit uralter Sprache

Kultur Aramäische Gemeinde öffnet die Türen –            

  370 Familien gehören dazu

Bild
Fröhliches Volk: Die Frauengruppe der aramäischen Gemeinde tischte Köstlichkeiten auf. 
Der Vorsitzende Iskender Sen (rechts) erzählte.BILD: Timo Ebbers
    


Delmenhorst - Während im Clubhaus der aramäischen Gemeinde die Männer Karten spielen, sorgen die Frauen am Eingang für das Essen: gefüllte Weinblätter, Salate, Maultaschen aus Grieß und Couscous. Ein bisschen, wie man es aus türkischen Restaurants kennt. „Wir haben dieselbe Kultur, aber eine andere Religion“, erklärt Meryem Özcan von der Frauengruppe. Denn die Aramäer gehören zur Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien. „Nichts Besonderes. Ganz normale Christen“, sagt Iskender Sen, der Vorsitzende der Gemeinde. „Wer seid ihr Aramäer? Das hat man mich oft gefragt“, berichtet er. Deshalb haben sie am Sonntag zum Tag der offenen Tür in ihre Kirche und in ihr Gemeindehaus geladen.

Die Aramäer sind ein Volk, das zwischen den Kampflinien lebt. „Wir kommen aus der Osttürkei, 60 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt, wo die Kurden mit den Türken kämpfen“, erklärt Sen. Allgemein gilt das Verhältnis gerade zu den Türken als gespannt. So war es auch, als Sen 1980 mit etwa 20 weiteren Familien nach Delmenhorst kam. Inzwischen hat Sen, der für die SPD im Rat der Stadt sitzt, viele Freundschaften geschlossen. Das Zusammenleben funktioniert.

Stolz sind die Aramäer auf ihre Sprache. „Es ist die älteste Sprache der Welt, die Sprache Jesu. Das Hebräische, das Arabische, das kam alles erst später“, erzählt Sen. Für die Kinder gibt es einen Unterrichtsraum, in dem sie die schwierige Sprache lernen – neben dem täglichen Schulbesuch.

Inzwischen leben 370 aramäische Familien in Delmenhorst, etwa 2000 bis 2500 Aramäer insgesamt, schätzt Sen. Fast alle kommen aus dem osttürkischen Ort Mizinah und sind mit den Jahren ihren Verwandten gefolgt. „Wir fühlen uns hier wohl und wollen in Frieden leben“, sagt er.

Quelle: nwzonline.de / 05.07.2010

 Delmenhorster Kreisblatt vom 8.5.2010:

 

Aramäische Gemeinde feiert mit über 1000 Besuchern

Auch koptisch-orthodoxer Bischof auf Fest zu Ehren des heiligen Johannes

Erstmals gab es in der Kirche auch eine ökumenische koptisch-aramäische Messe. Pfarrer Eker erhielt dabei das Bischofskreuz von Bischof Damian.

Der koptisch-orthodoxe Bischof Amba Damian (fünfter v.l.) aus Höxter sowie weitere Ehrengäste hatten sich zum mehrtägigen Patronatsfest in der Kirche an der Elsflether Straße eingefunden. Foto: Matay Gabriel

Von Heike Szymczak
Delmenhorst. Drangvolle Enge, ausgelassene Feiern und andächtige Gottesdienste. Die an der Elsflether Straße gelegene Kirche der syrisch-orthodoxen Gemeinde hat sich anlässlich des Patronatsfestes zu Ehren des Namensgebers, des heiligen Johannes, zeitweise in einen Treffpunkt mit Wallfahrtscharakter für über 1000 Gäste verwandelt. Unter ihnen erstmals der koptische Bischof Amba Damian aus Höxter, dessen Anwesenheit das Fest laut Maray Gabriel, Sprecher der Gemeinde, für alle Anwesenden ,,zu einem unvergesslichen Erlebnis" hat werden lassen.
Den Auftakt bildete ein abendlicher Festgottesdienst, dem sich am nächsten Morgen eine heilige Messe anschloss. Nach dem Erhalt des Bischof-Segens folgte die Ansprache durch Gemeindepfarrer Simon Eker, der unter dem Besuchern auch Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, Bremens Ex-Bürgermeister Dr. Henning Scherf, Pfarrer August Hüsing, St. Christophorus, Pfarrer Hubert von der Heide, St. Marien, Pedro Becerra, Jüdische Gemeinde Delmenhorst, den syrisch-orthodoxen Pfarrer Moses Dogan (Hamburg), den ehemaligen Oberstadtdirektor Dr. Norbert Boese und Vertreter der Politik begrüßte.
Aus aktuellem Anlass nutzte Bischof Damian die Gelegenheit, sein Mitgefühl für Bischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin auszusprechen, der am 15. April Opfer eines Mordanschlags geworden war, das Attentat glücklicherweise jedoch überlebte. Es folgte die Premiere einer koptisch-aramäischen Messe, die erstmals auch in ägyptischer und arabischer Sprache gefeiert wurde, und in deren Verlauf Bischof Damian Pfarrer Simon Eker sein Bischofskreuz überreichte. ,,Ein unvergesslicher Moment", beschreibt Matay Gabriel die Stimmung. Zum Ausklang wurde auf dem Patronats-Fest zu Folkloremusik getanzt und gefeiert.

Quelle: © http://www.dk-online.de/Nachrichten/Archiv/index.csp?artikel=6457275

 

12.3.2010: Urkunde bekommen von: Deutsches Rotes Kreuz

Delmenhorster Kurier vom 2.3.2010



Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 17.01.2010
Religionen beten für Frieden

 

Quelle: http://www.kgv-bremen.de/aktuelles/teilen-und-beteiligen.html

2008-10-27 - Delmenhorster Kreisblatt

Bischof der Aramäer weiht neue Messdiener

Gast stammt wie viele Delmenhorster Aramäer aus Mizizah

Delmenhorsts Aramäer haben am Sonnabend einen Feiertag außer der Reihe genossen. Bischof Hanna Aydin besuchte sie in ihrem Gemeindezentrum.
Von Helmuth Riewe
Delmenhorst. Bereits zum zweiten Mal hat der mit amtlichem Sitz im westfälischen Warburg ausgestattete Bischof der syrisch-orthodoxen Gläubigen Deutschlands der Delmenhorster Gemeinde einen offiziellen Besuch abgestattet. Unter den hiesigen Aramäern hat Bischof Hanna Aydin einen hohen persönlichen Bekanntheitsgrad. ,,Mit vielen Gemeindemitgliedern ist er verwandt", erzählt Pfarrer Simon Eker beim Warten auf die Ankunft des Gastes.
Wie ein Großteil der örtlichen syrisch-orthodoxen Christen stammt der Bischof aus dem türkischen Örtchen Mizizah. Stolz verkündete Kirchenvorstand Iskender Sen, dass der Theologe sein Bruder sei. ,,Neun Jahre hat er studiert, überwiegend in Bayern, er ist Doktor und Professor", so der Delmenhorster Kommunalpolitiker. Vor der Übernahme des Bischofsamtes habe Hanna Aydin in den Niederlanden als Mönch gelebt. ,,Er ist unverheiratet. Bischöfe müssen ehelos sein", so Iskender Sen.
Zum angekündigten Besuchstermin hatten sich viele Gläubige, die Messdiener sowie der Kirchenchor auf der Elsflether Straße versammelt, um den Gast ehrenvoll in einer kleinen Prozession in die St. Johannes-Kirche zu begleiten. Beifall brandete auf, als das Fahrzeug des Bischofs endlich in die Straße einbog. Pfarrer Eker überreichte dem vollbärtigen Gast ein Messgewand sowie den Bischofsstab, bevor die offizielle Zeremonie beginnen konnte. Zu den Gesängen des Chores zog die Gemeinde feierlich durch die Straße. Viele Gläubige suchten den unmittelbaren Kontakt zum Bischof, küssten seinen Ring oder das von ihm getragene Kreuz.
Nach dem offiziellen Teil des Tages besuchte der Gast noch seine Mutter, die wie zwei weitere Brüder ebenfalls in Delmenhorst lebt. Am Sonntag nahm er in einem weiteren Gottesdienst auf aramäischer Sprache die Weihe neuer Messdienerinnen und Messdiener vor, die mit ihrem religiösen Einsatz den Bestand der syrisch-orthoxen Gemeinde in der Stadt sicherstellen sollen.


2007-07-14 - Lokalsport

Vom Berg der Knechte nach Delmenhorst

Aramäer gründen vor 25 Jahren den Verein SV Tur Abdin

Beim SV Tur Abdin sind Fußballer und Kirchengemeinde eng miteinander verbunden.
Von Manfred Nolte

Delmenhorst. Vor 25 Jahren wurde der SV Tur Abdin von in Delmenhorst lebenden Aramäern gegründet. Dabei handelt es sich um syrisch-orthodoxe Christen, die ihre Heimat im Südosten der Türkei an der syrisch-türkischen Grenze haben haben
Tur Abdin bedeutet ,,Berg der Knechte" und diesen Namen tragen viele aramäische Sportvereine, die in Deutschland gegründet wurden. Vom ersten Tag an gab es zwischen den Fußballern von Tur Abdin und der aramäischen Gemeinde in Delmenhorst eine enge Bindung. ,,Der Verein Abdin besteht eigentlich nur aus den beiden Fußballmannschaften, doch alle anderen Gemeindemitglieder fühlen sich zugehörig", erklärt Vorsitzender Wahib Yousef, der das Zusammengehörigigkeitsgefühl der Aramäer lobt. In Delmenhorst leben rund 300 aramäische Familien, die zumeist recht kinderreich sind. ,,Genügend aramäische Fußballer wird es daher auch zukünftig geben", schmunzelt Wahib Yousef, der aber auch berichtet, dass sein Verein keinerlei Jugendarbeit betreibt. ,,Wir haben das vor geraumer Zeit einmal versucht, doch es hat nicht geklappt." Die jungen Aramäer spielen somit in deutschen Vereinen, kehren im Herrenalter zumeist aber zu den Abdinern zurück. ,,Die Jungen genießen eine gute fußballerische Ausbildung, für die wir auch schon Entschädigungen an die entsprechenden Vereine gezahlt haben", erzählt der Vereinsvorsitzende.
Der Abstieg aus der Bezirksliga wird bedauert, wirft die Aramäer aber auch nicht um. ,,Es waren neun schöne Jahre, doch auch in der Kreisliga wird attraktiver Fußball gespielt. Wir setzen jetzt erst einmal auf Neuaufbau, wobei keineswegs der sofortige Wiederaufstieg angepeilt wird", setzt der Vereinschef seinen neuen Trainer Frank Lenk nicht unter Druck. Auf weite Sicht ist die Rückkehr in den Bezirk durchaus ein Thema, doch dieses Ziel soll nicht mit aller Macht erreicht werden.
,,Auf alle Fälle werden wir Spielern kein Geld zahlen", hat Wahib Yousef klare Vorstellungen. In der Kreisliga soll wieder Derbystimmung herrschen. ,,Wir sind mit dem Zuschauerzuspruch zufrieden, doch in der neuen Umgebung werden noch mehr kommen", zeigt sich Yousef optimistisch. Von den Rängen wird dann wieder der Schlachtruf ,,Hier regiert der Tur Abdin" schallen und Trommelwirbel jede gelungene Angriffsaktion begleiten. ,,Wir sind zufrieden und fühlen uns wohl in Delmenhorst. Auch unsere Jugendlichen haben keine Probleme und stehen zumeist in Lohn und Brot".
Am 28. und 29. Juli kommt es wieder zum großen Familientreffen im Delmenhorster Stadion, wenn das traditionelle Aramäerturnier über die Runden geht. Es werden Mannschaften aus der gesamten Bundesrepublik und aus den Niederlanden erwartet, wobei sich bereits 14 Teams angemeldet haben. Dann werden wieder Familien mit Kind und Kegel in das Delmenhorster Stadion pilgern und dort ein Riesenpicknick abhalten.
Zum Thema Gewalt auf Fußballplätzen hat Yousef seine eigene Meinung. ,,Man muss den Anfängen wehren, doch die Sache darf auch nicht überbewertet werden. Meine Jungens werden manchmal provoziert und teilen dann auch aus, doch die meisten Spiele gehen ohne unliebsame Zwischenfälle über die Bühne." Yousef weiß aber auch, dass die Vereine noch verstärkter zusammenarbeiten müssen, um Vorurteile gegen andere Nationalitäten und Religionen abzubauen.

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt


 

2007-05-02 - Delmenhorster Kreisblatt

Stetig wachsende Gemeinde feiert mit Bischöfen

Christliche Aramäer ehren Heiligen

Reich geschmückt empfing die Kirche an der Elsflether Straße gestern ihre zahlreichen Gäste. Die stetig wachsende Gemeinde umfasst mittlerweile rund 350 Familien.
Von Bettina Pflaum

Delmenhorst. Die christliche Glaubensgemeinschaft der Aramäer feiert traditionell am 1. Mai den St.-Johannis-Tag, das Fest zu Ehren ihres wichtigsten Heiligen. Gestern war daher die syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien St. Johannes, die 2001 durch Spendengelder aramäischer Gemeinden aus der ganzen Welt an der Elsflether Straße errichtet wurde, reich geschmückt. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Grill schon mittags angeheizt.
Begonnen hatten die Festlichkeiten um 8 Uhr morgens mit einem Gottesdienst, ab dem frühen Nachmittag folgte das offizielle Festprogramm. Der neue Bischof der Aramäer in Deutschland, Mor Julius (mit bürgerlichem Namen Hanna Aydin), und der Bischof des ältesten Aramäer-Klosters, des St. Gabriel Klosters in Tur-Abdin, Mor Thimolius (Samuel Aktas), hielten die Predigten und die Reden zum Festprogramm in aramäischer Sprache. Der Pressesprecher der Gemeinde, Robel Mutlu, übersetzte für die anwesenden Delmenhorster Politiker und Geistlichen der anderen in Delmenhorst ansässigen Kirchengemeinden.
Das Fest bot umfassende Informationen über die Geschichte des St. Johannes und auch über die Aramäer in Delmenhorst, eine stetig wachsende Gemeinde, die mittlerweile rund 350 Familien umfasst und so die größte im Umkreis von 150 Kilometern ist.
Vielfach werden die Aramäer fälschlicherweise mit den Türken gleichgesetzt, doch sind sie ein eigenes Volk mit einer eigenen Sprache, das seinen Ursprung vor 3000 Jahren in Tur-Abdin, einem Gebiet im heutigen Südosten der Türkei, hat. Sie gründeten die erste christliche Gemeinde überhaupt - Jesus Christus sprach Aramäisch.
Ihre Religion nehmen auch die modernen Aramäer sehr ernst. Sie leben heute auf dem Erdball verstreut, in Tur-Abdin selbst, wo in den 70er Jahren noch 80.000 Aramäer ansässig waren, zählt man heute nur noch knapp 2000. Der Zusammenhalt zwischen den Gemeinden und die immer herzliche Gastfreundschaft sind daher sehr wichtig - und auch die Freude am gemeinsamen Feiern, was gestern nach den offiziellen Festakten ausgiebig erfolgte.


2004-11-06 - Delmenhorster Kreisblatt

Nordenhamer Straße: Zoff um Mittelinsel

querungshilfe Einbau gerechtfertigt?

Die CDU-geführte Ratsmehrheit hat die 15000 Euro teure Fußgängerinsel gegen die SPD beschlossen. Es geht um die Sicherung der Zuwegung zur syrisch-orthodoxen Kirche.
delmenhorst/mik - Erst nach einer Kontroverse um Sinn und Zweck sowie Finanzierbarkeit hat der Planungsausschuss des Stadtrates mit den Stimmen der bürgerlichen Ratsmehrheit den 15000 Euro teuren Bau einer Fußgängerinsel auf der Nordenhamer Straße beschlossen. Den Antrag dazu hatte die syrisch-orthodoxe Kirche gestellt, die vor allem ihren älteren Gemeindemitgliedern eine sichere Zuwegung zu Kirche und Gemeindehaus an der Elsflether Straße ermöglichen will.
Die SPD kritisierte das Bauvorhaben. Ihr Ratsherr Guido Zech sagte, ,,für solche Scherze hat die Stadt kein Geld". Es gebe keine verkehrstechnische Grundlage für die Querungshilfe. Es gehe hier offenbar um reinen Lobbyismus, ,,weil die Kirche das so will". Zudem sei es in manch anderen Fällen verkehrstechnischer Maßnahmen so, dass das Verursacherprinzip gelte und der Antragsteller die Kosten übernehme. SPD-Ratsfrau Susanne Mittag bemängelte, ,,dass die einen eine solche Querungshilfe kriegen und andere nicht". Sie bezweifelt, dass die Mittelinsel überhaupt genutzt werde, weil sie 30 Meter abseits von der direkten fußläufigen Verbindung angelegt werde. Sie bezog sich zudem auf Untersuchungen des Fachdienstes Verkehr, nach der ein richtig ausgebauter Fußgängerüberweg mangels Passanten-Anzahl nicht zulässig sei.
Die Verwaltung sieht jedoch zumindest einen ,,begründeten Fall" für den Bau einer Insel, so dass Fußgänger die Nordenhamer Straße in zwei Abschnitten überqueren können. In der Spitzenzeit wurde an der Stelle 28 Fußgänger und 455 Fahrzeuge je Stunde ermittelt. Außerhalb der Spitzenzeiten lag das Fußgängeraufkomme bei annähernd Null.
FDP-Chef Paul Glöckner, dessen Fraktionskollege Murat Kalmis den Anstoß für die Querungshilfe gegeben hatte, bekräftigte indes, aus seiner Sicht sei die Insel vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit für die älteren Kirchgänger erforderlich. CDU und Unabhängige pflichteten dieser Meinung bei.


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