Ökumene

     

>ACK-Gründung in Delmenhorst
am Sonntag, 9. Juni 2013
um 18.00 Uhr

in der St. Laurentius-Kirche Hasbergen
>>Wanderung von der syrisch-orthodoxen
St.-Johannes Kirche zur St.-Laurentius Kirche
um 17.00 Uhr vom Kirchenhof <<

(bei trockenem Wetter)


>Wanderung zur Hasberger Kirche
16.00 Uhr: Kath. Kirche St.-Marien & Ev. Stadtkirche
und
>Radtouren zur Hasberger Kirche
Treffpunkte:
16.30 Uhr: Ev.-meth. Christuskirche, Bremer Str. 26 und Apostelkirche, Breslauer Str. 84
17.00 Uhr: Kath. Kirche Allerheiligen, Wildeshauser Str. 23

18 Uhr Ökumenischer Abendgottesdienst zur Gründung der ACK Delmenhorst
(Kantorei, Orgel, Flöten; Pastoren der verschiedenen Konfessionen)


ACKN trifft sich bei Syrisch-Orthodoxer Gemeinde in Delmenhorst

Ökumene ist mehr als evangelisch und katholisch

2013_ACKN trifft sich in Delmenhorst Prälat Dr. Nikolaus Wyrwoll erläuterte Entstehung und Zusammenhänge der Christlichen Konfessionen im Orient.

Delmenhorst, 11.03.2013:
Im Rahmen ihre Delegiertenversammlung besuchte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) am vergangenen Samstag die größte syrisch-orthodoxe Gemeinde in Niedersachsen, auch als „Aramäer“ bekannt.

2013 Foto: Dirk Stelter, Gruppenbild ACKN
Gruppenbild der ACKN-Delegiertenversammlung am 9. März 2013; Foto: Dirk Stelter

„Fast alle christlichen Kirchen unseres Bundeslandes sind heute hier zusammengekommen,“ freute sich Dr. Gabriele Lachner, ACKN-Vorsitzende, „darunter z.B. viele Freikirchen, Altkatholiken, Pfingstler, Orthodoxe Kirchen und die römisch-katholische Kirche“. Seit 1976 gibt es die ACKN. „Wichtigstes Ziel ist es, sich gegenseitig zu kennen. Das ist bei achtundzwanzig  Kirchen schon eine Aufgabe“, verwies Lachner auf die große Zahl unterschiedlicher christlicher Kirchen in Niedersachsen.

Christliche Kirchen könnten gemeinsam für das Christentum werben und den Wert ihres Glaubens transportieren, war sich Lachner sicher. Kräfte sollen gebündelt werden, wo gemeinsame Interessen vorliegen. Die ACKN schaffe Netzwerke und bilde hierfür die kommunikativen Voraussetzungen. Die Mitglieder des ACKN kämen zusammen, um zu erfahren „wo von den Schätzen anderer profitiert werden kann.“

2013_ACKN trifft sich in Delmenhorst - Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Johannes
Mitten in einem Delmenhorster Industriegebiet findet man die St. Johannes Kirche, das Zentrum des diesmaligen Gastgebers des ACKN-Treffens.  Die Gruppe wählt wechselnde Kirchenzentren als Tagungsort, um mehr vom Leben der anderen Mitglieder zu verstehen. Die aramäische Gemeinde in Delmenhorst vereint rund dreihundertsiebzig Familien, Tendenz steigend. Vor zwölf Jahren mussten sie eine neue Kirche und ein Gemeindehaus bauen, weil die alten Gebäude zu klein geworden sind. Nachdem Ehrengast Bischof Dr. Julius Hanna Aydin den rund vierzig Delegierten die Syrisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland und in Delmenhorst vorgestellt hatte, führte Gemeindepfarrer Simon Eker die Gäste durch die Kirche.

Im zweiten Teil des Treffens berichtete Prälat Dr. Nikolaus Wyrwoll aus Hildesheim über die Situation der Christen im Orient. Vierzig Jahre lang hatte er eng mit Theologiestudenten aus dem Nahen Osten zusammen gearbeitet und gute Kontakte zu den verschiedenen Kirchen gepflegt.

„Wer ist der Stellvertreter Christi?“, fragte er in die Runde und spielte damit auf die Selbstverständlichkeit an, mit der die Katholiken diese Rolle dem Papst zurechnen. In der Vergangenheit haben jedoch die Völker im Osten Kaiser Konstantin als Stellvertreter Christi angesehen. Nach seinem Vorbild haben sich viele Herrscher selbst der Aufgabe gestellt, für eine funktionierende Religion in ihrem Land zu sorgen. Lebendig stellte der Hildesheimer Völker und die daraus resultierenden christlichen Konfessionen wie Asyrer, Syrer und Kopten, aber auch die byzantinische Kirche vor und veranschaulichte Dynamik, Konflikte und Entwicklungen .
„Ökumene wird im Sprachgebrauch zu kurz gegriffen“, plädierte Wyrwoll. Häufig würde die Trennung zwischen Protestanten und Katholiken thematisiert, Ökumene aber sei mehr. „Die Vielfalt der orientalischen Kirchen kann uns motivieren, die Vielfalt bei uns anzuerkennen und wertzuschätzen.“ Im Juni 2013 gründen die christlichen Kirchen in Delmenhorst eine Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen. Sie schließen sich damit der ACKN an und festigen die langjährige gute Zusammenarbeit.

Text und Fotos (2): Johannes Hörnemann, bpv (9.03.2013)

Quelle: http://www.offizialatsbezirk-oldenburg.de/?myELEMENT=266574


Foto re.: (C) Winfried Behlau

Beschränkung statt Wachstumswahn
23.09.2012: Schöpfungstag in Delmenhorst

Schöpfung bewahren, über Konfessionen hinaus: die Geistlichen Enno Konukiewitz, Rudi Grützke, Hubert von der Heide, Simon Eker und Christian Richter (v. li.) trafen sich zum Schöpfungstag. Bild: Peter Kratzmann/ Evangelische Zeitung

Delmenhorst – „Dies hier ist ein schöner Ort. Aber auch ein Ort der Gefährdung“, eröffnete Enno Konukiewitz , Pastor der evangelischen Kirchengemeinden, den ökumenischen Gottesdienst zum Schöpfungstag auf der Burginsel. Er sprach auch im Namen seiner Amtskollegen wie des Methodisten-Pfarrers Rudi Grützke, des katholischen Pfarrers Hubert von der Heide, des syrisch orthodoxen Priesters Simon Eker und des Baptisten-Pfarrers Christian Richter.

Rund 600 Menschen hatten sich auf der Burginsel eingefunden, um in der Großveranstaltung gemeinsam mit Gebet und Gesang ein Zeichen zu setzen. Wie gefährdet das Leben auf unserem Planeten ist, zeigte Gastredner, Diakon und MdB von Bündnis 90/Die Grünen, Thilo Hoppe, in seinem Vortrag auf. „Der Begriff Schöpfung umfasst alle Geschöpfe Gottes. Wenn wir heute aber von Umwelt reden, dann steht der Mensch im Mittelpunkt. Tiere und Pflanzen nehmen eine Randrolle ein.“

Der Mensch trage die Verantwortung für alles Leben auf der Erde. „Doch die Realität sieht anders aus. Täglich sterben 30 Pflanzen- und Tierarten aus. 250 Tiere stehen auf der roten Liste.“ Die bunte Schöpfung Gottes werde immer ärmer. Umdenken und neues Handel seien gefragt, „denn die Flut ist schon da, die alles wegreißt.“ Damit stellte Hoppe den nicht mehr wegzudiskutierenden Klimawandel in den Mittelpunkt seiner Worte. Verwies darauf, dass schon im Jahr 2030 die Polkappen eisfrei seien.

Mit einem erhöhten Wasserspiegel von einem Meter sei noch in diesem Jahrhundert zu rechnen. Die ersten Auswirkungen seien schon zu spüren: In Bangladesch ist die Landfläche bereits um 15 Prozent geschrumpft. In der Südsee gibt es erste Umsiedlungen für Inselbewohner. „Wenn wir Menschen es nicht schaffen, die Erderwärmung zu minimieren, droht der chaotische Klimawandel, deren Auswirkungen niemand absehen kann“, warnte Hoppe. „Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer, die sich selbst betrügen.“ Mit dem Satz des Jacobus beschreibt der 54-Jährige die Probleme bei der Umsetzung des Klimaschutzes.

„Wir leben in zwei Welten, die nicht zusammenpassen.“ Der „Ethik des Genugs“ mit Selbstbeschränkung und Verzicht, stehe der Wachstumswahn, den die Werbung täglich vorgaukle, gegenüber. Ein ungehemmtes Wachstum sei wie ein Krebsgeschwulst und zerstöre am Ende alles um sich herum. Zuvor hatte Delmenhorsts Oberbürgermeister Patrick de La Lanne aufgerufen, den Frieden der Religionen zu bewahren, der grundlegend für den Weltfrieden sei. Außerdem rief er zur Mäßigung im Umgang mit Meinungsfreiheit und künstlerischer Freiheit angesichts der Reaktionen auf das jüngst veröffentlichte Mohammed-Video auf.

Monatelang hatten sich die christlichen Gemeinden in der Stadt auf das ökumenische Großprojekt vorbereitet. Auf einer symbolischen Arche waren die 20 Vorhaben während des Schöpfungstages nachzulesen. An den Ständen wurde über die Projekte informiert. Gospel zum Mitsingen bot der 80-köpfige Chor unter der Leitung von Chris Lass. Die aramäische Gemeinde hatte Brot selbst gebacken,

die katholische Gemeinde St. Marien eigenen Apfelsaft mitgebracht.


 
Pfarrer Simon Eker auf der Burginsel beim Schöpfungstag 2012
Foto: www.sankt-christophorus.de
 
Peter Kratzmann, Ausgabe 39
Quelle: www.evangelische-zeitung-niedersachsen.de

APOSTOLISCHE REISE vom Papst IN DEN LIBANON
(14.-16. SEPTEMBER 2012)


Der Papst mit dem syrisch-orthodoxen Patriarchen

APOSTOLISCHE REISE
IN DEN LIBANON
(14.-16. SEPTEMBER 2012)

Worte des Heiligen Vaters

Ökumenisches Treffen

Ehrensaal des syrisch-katholischen Patriarchats von Charfet
Sonntag, 16. September 2012

Eure Heiligkeit! Eure Seligkeit!
Verehrte Patriarchen, liebe Brüder im Bischofsamt!
Werte Vertreter der Kirchen und der protestantischen Gemeinschaften!
Liebe Brüder!

Mit Freude bin ich hier bei Ihnen im Kloster Unserer Lieben Frau von der Erlösung in Charfet, dem Hauptort der syrisch-katholischen Kirche für den Libanon und dem ganzen Nahen Osten. Ich danke Seiner Seligkeit dem syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien Ignace Youssif III. Younan für seine bewegenden Willkommensworte. Ich grüße brüderlich jeden von Ihnen, die Sie die Verschiedenheit der Kirche im Orient repräsentieren, insbesondere Seine Seligkeit den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien und dem ganzen Orient Ignace IV. Hazim und Seine Heiligkeit den Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien und dem ganzen Orient Mar Ignatius I. Zakke Iwas. Ihre geschätzte Anwesenheit gibt dieser Begegnung einen feierlichen Charakter. Von ganzem Herzen danke ich Ihnen, daß Sie bei uns sind. Meine Gedanken gehen auch an die koptisch-orthodoxe Kirche von Ägypten und an die äthiopisch-orthodoxe Kirche, die über den Verlust ihres jeweiligen Patriarchen trauern. Ich versichere sie meiner brüderlichen Nähe und meines Gebets.

Gestatten Sie, daß ich mich hier vor dem Glaubenszeugnis verneige, das die syrische Kirche von Antiochien im Lauf ihrer ruhmvollen Geschichte gegeben hat, ein Zeugnis einer glühenden Liebe zu Christus, die sie bis in unsere Tage heroische Seiten schreiben ließ, um ihrem Glauben treu zu bleiben bis hin zum Martyrium. Ich lade sie ein, für die Völker dieser Region ein Zeichen des Friedens zu sein, der von Gott kommt, und ein Licht, das ihre Hoffnung belebt. Diese Einladung gilt auch allen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in dieser Region.

Liebe Brüder, unsere Begegnung heute abend ist ein beredtes Zeichen unseres tiefen Wunsches, dem Anruf Jesu, des Herrn, „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21) zu entsprechen. In diesen unsicheren und zu Gewalt neigenden Zeiten, wie sie Ihre Region erlebt, ist es immer dringlicher, daß die Jünger Christi ein echtes Zeugnis ihrer Einheit geben, damit die Welt an ihre Botschaft der Liebe, des Friedens und der Versöhnung glaubt. Diese Botschaft haben alle Christen und wir im besonderen als Auftrag empfangen, um sie in die Welt hinauszutragen, und sie erhält im gegenwärtigen Kontext des Nahen Ostens einen unschätzbaren Wert.

Arbeiten wir ununterbrochen daran, daß unsere Liebe zu Christus uns allmählich zur vollen Gemeinschaft untereinander führe. Dazu müssen wir uns im Gebet und im gemeinsamen Engagement unaufhörlich an unseren einzigen Herrn und Erlöser wenden. Denn – wie ich im Apostolischen Schreiben Ecclesia in Medio Oriente geschrieben habe, das ich Ihnen mit Freude überreichen darf – „Jesus vereint diejenigen, die an ihn glauben und ihn lieben, indem er ihnen den Geist seines Vaters wie auch Maria, seine Mutter, schenkt“ (Nr. 15).

Ich vertraue der Jungfrau Maria jeden von Ihnen wie auch die Angehörigen Ihrer Kirchen und Gemeinschaften an. Möge Sie für uns bei ihrem Sohn erflehen, daß wir von allem Übel und aller Gewalt befreit werden und daß diese Region des Nahen Ostens endlich Zeiten des Friedens und der Versöhnung erlebe. Das Wort Jesu, das ich während dieser Reise oft zitiert habe: „Salami ō-tīkum“ [„Meinen Frieden gebe ich euch“] (Joh 14,27), sei für Sie das gemeinsame Zeichen, daß wir im Namen Christi den vielgeliebten Völkern dieser Region geben, die ungeduldig die Verwirklichung dieser Botschaft ersehnen! Danke!

© Copyright 2012 - Libreria Editrice Vaticana

Foto: (C) ARD

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