>Integrationsbeirat der Stadt Delmenhorst

     

>Integrationsbeirat der Stadt Delmenhorst

Hier gelangen Sie zur Internetseite des Integrationsbeirates der Stadt Delmenhorst:

Neuer Link: http://integration-del.npage.de/    oder    www.integrieren.de.vu

Alter Link: http://www.ewetel.net/~christian.piastowski/Integration
 



Foto: Delmenhorster Kreisblatt

Neugewählter Vorstand seit 28.8.2013 im Amt:

Vorsitzender: Matthias Matay Gabriel

Stellvertreter: Lopes Jose da Costa Gomes

Stellvertreter: Vahap Aladag

Schatzmeister: Dr. F. Spigelkötter

Schriftführer: N. N. /  vakant

Arbeitsgruppen: -folgen-

Entsandte Ausschussmitglieder des Integrationsbeirates:

A1 Ausschuss für Bürgerangelegenheiten

A2 S Ausschuss für Familie, Senioren und Soziales

A2 J Jugendhilfeausschuss

A3 Ausschuss für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr

A4 Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur

A5 Ausschuss für Planen, Bauen und Verkehr
 

A6 Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Gewässerschutz


A7 Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und zentrale Angelegenheiten


Presseberichte über und mit neuem Integrationsbeirat:

Matthias Matay Gabriel hat als neuer Vorsitzender des Integrationsbeirats viel vor

Idee einer Willkommenskultur

Von
Matthias Matay Gabriel wünscht sich ein Fest der Kulturen auf dem Marktplatz.
FOTO: MÖLLERS

Matthias Matay Gabriel hat viele Ideen, um das Thema Integration stärker in die Stadt und in die Bevölkerung zu tragen. Er zieht ein Din-A5-Karoheft in einem lila Schutzumschlag aus seiner Tasche und fängt an, darin zu blättern. Es ist fast voll geschrieben in einer großen, geschwungenen Schrift. Für weitere Gedanken benötigt er also bald schon ein neues Heft. Die erste Idee, die er aus den Karoseiten holt, ist ihm ein besonderes Herzensanliegen: „Ich möchte gern ein Fest der Kulturen veranstalten.“

Es ist eine Idee, die er aus Gütersloh mitbringt, wo er aufgewachsen ist. „Dort hieß es ,Gütersloh international’“, sagt er. Er nippt an der Apfelschorle, blickt auf den Marktplatz und sieht vor seinem inneren Auge schon die Stände, die Bühne, die Menschen. Die verschiedenen Kulturen der Stadt sollen sich bei dem Fest vorstellen, die Vereine präsentieren, Landesspezialitäten gereicht werden. Aber vor allem geht es darum, dass alle Delmenhorster zusammenkommen. „Es geht mir um ein gutes Miteinander“, sagt der 35-Jährige. Im nächsten, spätestens im übernächsten Jahr möchte er das Fest umsetzen.

Seit der Gründung des Integrationsbeirates ist Gabriel als Schatzmeister Mitglied im Vorstand. Er wäre es auch geblieben. Aber aus unterschiedlichen Gründen hatten viele der Vorstandsmitglieder ihren Posten aufgegeben, deswegen musste neu gewählt werden. Der fünffache Vater, der seit 2007 in Delmenhorst lebt, als Industriekaufmann in Bremen arbeitet und der sich selbst als Deutscher mit aramäischen Wurzeln beschreibt, nahm die Wahl an. Seine Stellvertreter sind Lopes Jose da Costa Gomes (Integrationslotsen) und Vahap Aladag (Ditib-Moschee). Neuer Schatzmeister wurde Florian Spiggelkötter.

Gabriel blättert in seinem Heft und zieht die nächste Idee heraus: ein „Welcome Center“. „Es geht darum, eine Willkommenskultur zu schaffen“, erklärt er. Die Idee: Es gibt eine Anlaufstelle für ausländische Neubürger, in der sie alles erledigen können, in der ihnen mit allen Behördenformalitäten geholfen wird und in der ihnen mit Hilfe des Integrationsbeirates ein Muttersprachler an die Seite gestellt wird. „Dann gibt es für Neubürger einen Ansprechpartner, der Brücken bilden kann“, sagt Gabriel. Bevor sich der Integrationsbeirat mit dieser Idee an die Politik wendet, soll das Konzept ausgearbeitet werden.

Doch damit nicht genug. Von der Broschüre „Starke Vielfalt“, in der 21 Porträts von erfolgreichen Migranten zu lesen sind, soll es eine Fortsetzung geben. Zudem möchte Gabriel mit dem Integrationsbeirat Projekte fördern. 460 Euro des 1000 Euro umfassenden Budgets wurden bereits für einen Volkshochschul-Kurs bewilligt, in dem türkischsprachigen Frauen das deutsche Gesundheitssystem erklärt wird. Zudem liebäugelt der Vorstand damit, dem vom Integrationslotsenteam für den 25. Oktober geplanten „Afrikanischen Abend“ zu unterstützen, will aber noch das Votum seiner Mitglieder abwarten – undundund. Es gibt viel zu tun.

Matthias Gabriel möchte den Beirat öffnen, sucht den Kontakt in alle Richtungen. „Deswegen wollen wir unsere Sitzungen auch immer bei einem anderen Verein ausrichten“, sagt er. Im Gemeindehaus der syrisch-orthodoxen Gemeinde war der Beirat bereits, das nächste Treffen findet in der Ditib-Gemeinde statt. „Wichtig ist bei Integration, dass keiner gezwungen wird, seine Sprache, seine Kultur oder seine Herkunft aufzugeben: Es geht nicht um Assimilation“, erklärt er. „Der Integrationsbeirat muss dabei Motor sein, muss schauen, dass alles in der richtigen Bahn läuft, er muss ein Netzwerk aufbauen, um die Einrichtungen und Vereine mit der Stadt zu verbinden, und er muss sich als Vermittler etablieren.“

Quelle: Weser Kurier, Link: http://www.weser-kurier.de/region/delmenhorst_artikel,-Idee-einer-Willkommenskultur-_arid,653931.html


2013-08-28

Matthias Gabriel führt Integrationsbeirat an

Nachdem Tamer Sert mit Übernahme seines Ratsmandates den Vorsitz im Integrationsbeirat der Stadt Delmenhorst abgegeben hat, war der Posten mehrere Monate vakant. Jetzt hat Matthias Gabriel das Amt des Vorsitzenden übernommen.Von Heike Bentrup

Delmenhorst. Der Vorstand des Integrationsbeirates der Stadt Delmenhorst ist nahezu wieder komplett. Seit gestern Abend führt der bisherige Schatzmeister Matthias Gabriel, Vertreter der syrisch-orthodoxen Gemeinde, die Geschicke des Gremiums an. Matthias Gabriel wurde in der Sitzung des Beirates mehrheitlich in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt, das nach dem Rücktritt von Tamer Sert seit einigen Wochen vakant war.

Da die beiden bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Renate Bartschat und Marites Cadiz-Teichert, nicht wieder kandidierten, mussten auch ihre Ämter neu besetzt werden. Hier fiel die Wahl auf Vahap Aladag, Vertreter der DITIB-Moschee, und auf Lopes Jose Da Costa Gomes aus dem Vorstand des Integrationslotsenteams. Den Posten des Schatzmeisters übernahm Dr. Florian Spiggelkötter. Vorerst noch offen ist die Besetzung des Schriftführeramtes.

Neben den Vorstandswahlen ging es gestern in der Sitzung des Integrationsbeirates auch um die Benennung von beratenden Mitgliedern sowie deren Stellvertretern in Fachausschüssen des Stadtrates. So wurde Muhanad Paulus als beratendes Mitglied in den Jugendhilfeausschuss entsandt. Als stellvertretendes Mitglied im Sozialausschuss wird künftig Ewa Brüggemann die Interessen des Integrationsbeirates vertreten. Stellvertretendes Mitglied im Bildungsausschuss ist Havane Özütemiz. In den Markthallenbeirat zieht die bisherige stellvertretende Vorsitzende Renate Bartschat ein, Stellvertreter ist Ayhan Zeytin.

Zu Beginn der Sitzung hatte Christoph Jankowsky, Fachdienstleiter Stadtentwicklung, den Beirat über den aktuellen Stand des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) informiert und die Mitglieder zur Teilnahme aufgerufen.

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt, Link: http://www.dk-online.de/nachrichten/lokal/delmenhorst/713252-3/matthias-gabriel-f%C3%BChrt-integrationsbeirat-an

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt, Zeitung vom 29.8.2013
 


Termine:

Donnerstag, den 5. September, ab 9:00 Uhr bis va. 14:00 Uhr in der BBS II

Ab 9:00 Uhr heißt es in der BBS II, Wiekhorner Heuweg - Ecke Burggrafendamm, Start zu einer Berufsinformationsmesse für Lehrer, Schüler und Eltern. Bis 13 Uhr gibt es Vorträge, aber auch Stände, die informieren. Organisert wird dies durch den Verein ZWAIG (Zukunftswerkstatt Ausbildungsinitiative) aus Ganderkesee. Verschiedene Vorträge sind von der Jade-Hochschule Wilhelmshaven, der Hochschule Bremen, der Uni Bremen und einer Uni aus Holland. Zudem gibt es Infos an Ständen von 30 Unternehmen, 7 Unis und Fachhochschulen und 4 Freiwilligendiensten. s.a. unter www.zwaig.de

Es geht bis ca. 14 Uhr, aber wie bei jeder Messe kann man auch kommen und gehen wie es einem am besten passt! Eintritt ist frei!

Donnerstag, den 5. September, 15:00-16:30 Uhr, in der VHS Delmenhorst (Nordwollegelände), Raum 12.

Arbeitskreis Integration

Staatsbürgerschaft(en) in der Diskussion

Thema: Zu "Staatsbürgerschaft(en): Was gibt's- was sollte es geben?" werden an diesem Nachmittag Theo Lampe, Diakonie Oldenburg, und Gaby Meyenburg, Einbürgerungsstelle der Ausländerbehörde der Stadt Delmenhorst, über politische und rechtliche Hintergründe informieren. Den Arbeitskreis führt die VHS in Zusammenarbeit mit der Leitstelle Integration der Stadt Delmenhorst durch. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Näheres unter der VHS-Telefonnummer 04221-981800.

Samstag, den 14. September, 19:00 – 22:00 Uhr, Stadtkirche Delmenhorst, Kirchplatz

Die Gruppe „Törf“ aus den Niederlanden sieht sich in der Tradition demokratiegesonnener Autor_innen, die auch gegen menschenverachtende, rassistische und antidemokratische Bewegungen aufgetreten sind. Freier Eintritt; um Spenden wird gebeten.
In Kooperation mit der City-Kirche Delmenhorst; unterstützt vom „Breiten Bündnis gegen Rechts - Delmenhorst bleibt bunt!“.

Freitag, 27. September, 18:00 – 22:00 Uhr, Rathaus der Stadt Delmenhorst

Die "Lange Nacht der Jugend" ist eine Veranstaltung von Jugendlichen für Jugendliche, die zum ersten Mal im Delmenhorster Rathaus stattfinden wird. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen ab zwölf Jahre. Unter dem Oberbegriff "Respekt" wird es verschiedene Aktivitäten geben. Vorstellbar sind Beiträge aus Musik, Theater, Tanz, Malerei, Literatur oder auch Projektergebnisse, die sich thematisch mit Toleranz, Menschlichkeit, Demokratie und Antirassismus auseinandergesetzt haben.

www.delmenhorst.de/leben-in-del/familie/jugendarbeit.php

Donnerstag, 17. Oktober, 9:00 – 16:00 Uhr, VHS Delmenhorst

3. Fachtag Integration "Rohstoff Sprachen"

Näheres Infos werden in Kürze an alle Mitglieder des IB und andere Stellen verteilt.

Nächster Sitzungstermin des Integrationsbeirates:

Mittwoch, 23. Oktober, DITIB-Moschee-Gemeinde, Bienenschauer 20, 27749 Delmenhorst

wieder von 18:00 - 20:00 Uhr


Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK)

Foto: www.delmenhorst.de

Herr Jankowsky, städtischer Angestellter und Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Statistik erläutert auf der MV vom 28.8.13 das integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK.
Nähere Informationen dazu und die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen, finden sich auf der Homepage der Stadt Delmenhorst unter:

 www.delmenhorst.de/leben-in-del/stadt/forschung/isek.php

(auch Starseite der Stadt Delmenhorst wählen und dann unten rechts "Bürger gestalten Zukunft" anklicken).

Nach der Sitzung der Lenkungsgruppe im September gibt es noch ein Bürgerforum am 1.10. in der Markthalle. Weiteres wird rechtzeitig in der Presse und auf der Homepage veröffentlicht (s.u. "Zeitplan").


Bürgerideenbörse

Foto: www.delmenhorst.de

Die "Ideenbörse" der Stadt ermöglicht es auch, jedem Bürger und jeder Bürgerin Ideen einzubringen. Diese wurden auch zur Auswertung für ISEK durch die Firma GEWOS herangezogen. s.u. www.delmenhorst.de/rat-politik/Buergerbeteiligung/index.php und dort Kontakt – BürgerIDEENBörse - E-Mail  anklicken


Satzung des Integrationsbeirates der Stadt Delmenhorst:


Quelle: Stadt Delmenhorst

Link: Ärztewegweiser für Migranten



>Selbsthilfe und Integration am 16.4.13 im Gemeindesaal

Komm, wer immer Du bist! Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen - Auftaktveranstaltung in Delmenhorst, 16. April 2013

Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen, ein neues Projekt: Das war eine wunderbare, anregende Auftaktveranstaltung, vor allem wegen der Rahmengestaltung - sie hat mir den Eindruck vermittelt, dass dieses längst fällige Projekt - Selbsthilfegruppen und MigrantInnen zusammenzuführen - kräftig vor dem Wind in Fahrt gekommen ist. Die aramäische (hier syrisch-orthodoxe) Gemeinde Delmenhorsts hatte ihre Räume zur Verfügung gestellt. Wer eintrat, wurde mit Herzlichkeit begrüßt und fühlte sich willkommen geheißen. Überall auf den weiß betuchten Tischen standen Blumen, im Raum verteilt auch ganze Rosensträuße Das alles machte einen freundlichen, einladenden Eindruck. Eingeladen waren zur Mittagszeit alle Menschen zu einem interkulturellen Buffet, mit Köstlichkeiten verschiedener Herkunft - und entsprechende Pausenmusik gab es auch ("Duo Acoustika").

Das Foto mag einen kleinen Eindruck des Rahmens vermitteln (vor Beginn aufgenommen).

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Vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen der Selbsthilfe und der MigrantInnenarbeit, führt das Selbsthilfebüro Niedersachsen jeweils vor Ort in ganz Niedersachsen eine Veranstaltungsreihe zum Thema Selbsthilfe und Integration durch - der Auftakt in Delmenhorst. "Ziele der Veranstaltungsreihe sind die interkulturelle Öffnung des Selbsthilfebereichs, die bessere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung der Bereiche Selbsthilfe und Integration und der stärkere Einbezug von Menschen mit Migrationsgeschichte. Welche Wege muss die Selbsthilfe gehen, um mehr Menschen mit Migrationsgeschichte zu erreichen? Wie können Synergien zwischen dem Selbsthilfe- und dem Integrationsbereich geschaffen werden?" - das sind die Fragen, die bearbeitet werden sollen. (Zitat aus dem Pressetext). Motor des Ganzen ist Dörte von Kittlitz, Leiterin des Selbsthilfe-Büros Niedersachsen; die Koordination des Projektes verantworten Tülin Colakgil (links auf dem Bild) und Tanja Pantazis.

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Nach den verschiedenen Grußworten, u.a. vom Oberbürgermeister der Stadt Delmenhorst Patrick de la Lanne, stellten die Damen Colakgil und Pantazis mit Engagement das Projekt vor. Es folgten verschiedene Referate, deren Inhalte hier nicht genauer wiedergegeben werden können: Dr. Kornelia Sekler vom Niedersächsischen Integrationsrat und Halil Polat vom Verein Umut e.V. (Verein zur Unterstützung behinderter Migranten) beleuchteten aus ihren unterschiedlichen Perspektiven "Strukturen im Bereich Integration in Niedersachsen" und die "Situation von MigrantInnen mit Behinderung". Rita Hagemann (KIBIS des Patitätischen Hannover) und Ulrich Gödel von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Delmenhorst referierten zum Thema "Menschen mit Migrationshintergrund als Zielgruppe in der Selbsthilfeunterstützung". Delmenhorst übrigens - das hatte auch schon der Oberbürgermeister hervorgehoben - ist eine klassische Einwanderungsstadt mit etwa 25 % MigrantInnen-Anteil (Niedersachsen durchschnittlich 17 %). Besonders beeindruckt hat mich, auch wenn es rhetorisch nicht so deutlich herübergebracht wurde, der Praxisbericht vom Verein Umut von Halil Polat (s. http://www.umut-ev.de/).

Bisher gab es - das konnte in den Referaten vermittelt werden - verschiedene Barrieren, sich als Mensch mit Migrationsgeschichte an eine der Selbsthilfegruppen zu wenden: sprachliche vor allem (im Türkischen und anderen Sprachen gibt es nicht einmal eine Übersetzung für das Wort "Selbsthilfe"), aber auch kulturelle (eine Türkin, ein Türke würde immer zuerst Hilfe von der Familie erwarten, aber niemals auf die Idee kommen, mit Menschen gleichen Leidens über sein eigenes zu sprechen). Ich denke, die Menschen, die dieses Projekt vorantreiben, sind auf dem besten Wege, die Barrieren abzubauen! Formen nicht-sprachlicher Kommunikation können eine Möglichkeit dazu sein - das haben Tülin Colakgil und Tanja Pantazis vor der Mittagspause veranschaulicht. Beim begleitenden Kunstprojekt "KOMM Wer immer Du bist" sind Menschen der unterschiedlichsten Voraussetzungen gebeten, in einer Aktionsmalerei ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Die dabei entstehenden Bilder werden mit jeder weiteren Veranstaltung wie in einem Mosaik zu einem Ganzen.

Weitere Informationen im Netz unter http://www.selbsthilfe-und-integration.de/  und http://www.selbsthilfe-buero.de/

 

Text und Fotos: Dr. Helge Mücke, Hannover


Auftaktveranstaltung des Projektes
„Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen“ war ein voller Erfolg

Die Auftaktveranstaltung am 16.04.2013 in Delmenhorst begeisterte alle. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Integrationsbereich und der Selbsthilfe folgten der Einladung des Selbsthilfe-Büros Niedersachsen. Tülin Colakgil und Tanja Pantazis stellten das Projekt „Selbsthilfe und Integration“ vor und läuteten den Auftakt der niedersachsenweiten Veranstaltungsreihe ein.

Ziele des Projektes sind die interkulturelle Öffnung des Selbsthilfebereichs, die bessere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung der Bereiche Selbsthilfe und Integration und der stärkere Einbezug von Menschen mit Migrationsgeschichte in die Selbsthilfe.

Neben einleitenden Worten von Björn Kemeter aus dem Niedersächsischen Sozialministerium, das das Projekt finanziert und mit auf den Weg gebracht hat, gab es prominente Referenten wie Dr. Koralia Sekler vom Niedersächsischen Integrationsrat. Sie ging in ihrem Vortrag auf die Strukturen im Integrationsbereich ein und stellte dar, welche Organisationen und Gremien landesweit sowie regional Ansprechpartner zum Themenbereich Migration sind.

Aus der Perspektive einer Selbsthilfegruppe berichtete Halil Polat vom Verein Umut e.V. (Verein zur Unterstützung behinderter Migranten). Rita Hagemann, Leiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen Hannover, und Ulrich Gödel, Leiter der Selbsthilfe-Kontaktstelle Delmenhorst, stellten „Menschen mit Migrationshintergrund als Zielgruppe in der Selbsthilfeunterstützung“ vor.

Um Selbsthilfe und Integration erfahrbar zu machen, ermöglichten Selbsthilfegruppen als auch Integrationslotsen durch eigene Stände einen Einblick in ihre Arbeit.

Emotional eingestimmt auf das Thema Interkulturalität wurden die Gäste durch ein aramäisches Büffet, internationale Musikdarbietungen des Duos Acoustika und ein interkulturelles Kunstprojekt in den Räumlichkeiten der syrisch-orthodoxen Gemeinde.

„Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.“, resümiert Dörte von Kittlitz, Projektleiterin im Selbsthilfe-Büro Niedersachsen, „Wir haben durch die Veranstaltung viele Personen aus dem Selbsthilfebereich und dem Integrationsbereich erreicht und sind somit einen weiteren Schritt der Vernetzung und der interkulturellen Öffnung vorangekommen.“

Downloads

Vortrag_1_Tuelin_Colakgil_und_Tanja_Pantazis_SHB_Niedersachsen.pdf

Vortrag_2_Dr._Koralia_Sekler_Niedersaechsischer_Integrationsrat.pdf

Vortrag_3_Halil_Polat_Umut_e.V.pdf

Vortrag_4_Rita_Hagemann_KIBIS_des_Paritaetischen_Hannover.pdf

Vortrag_5_Ulrich_Goedel_Selbsthilfe_Kontaktstelle_Delmenhorst.pdf

Quelle: http://www.selbsthilfe-und-integration.de/auftaktveranstaltung


Integrationsbeirat

Zu Gast in der aramäischen Gemeinde

Erneut Forderung nach einer Ampel an der Nordenhamer- /Elsflether Straße

Im Frühjahr erscheint eine Broschüre über Migranten. Finanziert wird sie mit öffentlichen und privaten Geldern.

Pfarrer Simon Erker erklärt den Besuchern und Mitgliedern des Integrationsbeirates die Bedeutung der Bilder auf dem Vorhang, der den Altarraum verdeckt.

Delmenhorst „Wir fühlen uns von der Stadt im Stich gelassen“. Meryem Özcan, stellvertretendes Mitglied im Integrationsbeirat der Stadt, war die Verärgerung anzumerken, als während der Beiratssitzung am Mittwochabend das in den Verkehrsausschuss entsandte Mitglied auf die Nordenhamer Straße zu sprechen kam. „Seit mehr als zehn Jahren fordern wir dort in Höhe Elsflether Straße eine Ampel oder zumindest einen Zebrastreifen“, erklärte Meryem Özcan. Sie wisse allein von vier schweren Unfällen dort. Die errichtete „Querungshilfe“ in der Straßenmitte sei nicht ausreichend.

Der Beirat hatte seine dritte Sitzung in das Gemeindehaus der aramäischen Gemeinde gelegt und ließ sich zunächst von Pfarrer Simeon Eker die Kirche zeigen und über die Glaubensgrundsätze informieren. Delmenhorst hat laut Eker mit rund 400 Familien (zu denen jeweils sechs Personen gerechnet werden) die größte aramäische Gemeinde Niedersachsens. Die Kirche wurde 2001 überwiegend durch Spenden der Gläubigen gebaut. Überraschend war für einige, dass Frauen den hinter einem mit christlichen Motiven geschmückten Vorhang verborgen Altarraum nicht betreten dürfen. Die Teilnahme am Abendmahl ist ihnen jedoch gestattet.

Beiratsvorsitzender Tamer Sert fragte später erste Erfahrungen der in die Ausschüsse entsandten Mitglieder ab. Die Meinungen gingen von „total langweilig“ bis „richtig toll“. Fazit: Man werde sich künftig noch besser auf die Sitzungen vorbereiten. Fachdienstleiter Arnold Eckardt bot allen seine Hilfe an.

Tamer Sert berichtete über das „Kopftuch-Problem“ einer jungen Frau, die wegen des Tragens ihres Kopftuches ihr Praktikum in einer örtlichen Buchhandlung abbrechen musste (die NWZ  berichtete). Nach seinen Angaben hat das Mädchen und dessen Familie die Entschuldigung des Unternehmens angenommen.

Eine schon vom vorherigen Beirat auf den Weg gebrachte Broschüre „Erfolgreiche Migranten“ erscheint laut Sert im Frühjahr. Darin berichten Migranten aus Delmenhorst über ihre Erfahrungen.

Quelle: http://www.nwzonline.de/kirche/zu-gast-in-der-aramaeischen-gemeinde_a_2,0,1702005278.html


Wirtschaft

Projekt soll schiefes Bild zurechtrücken

Integrationsbeirat will Broschüre über erfolgreiche Migranten herausgeben – Beispiele gesucht

Erscheinen soll die Broschüre im Februar nächsten Jahres. Die enthaltenen Personen sollen Migranten als Identifikationsmöglichkeit dienen.

von Martin Thaler

„Durch Vielfalt sind wir stark". Bild: Martin Thaler
 

DELMENHORST Rund 30 Prozent aller Bürger der Stadt Delmenhorst haben einen Migrationshintergrund. Prognosen sehen voraus, dass sich dieser Anteil in der Zukunft noch steigern wird. Längst hat sich ein Großteil von ihnen erfolgreich in Stadt und Gesellschaft integriert, auch wenn die öffentliche Wahrnehmung davon eher selten Notiz nimmt. „Wir wollen mit unserem Projekt ein schiefes Bild zurechtrücken“, erklärt Bankkaufmann Telim Tolan. Er und weitere Mitglieder des Delmenhorster Integrationsbeirates haben zu diesem Anlass ein Projekt angeschoben, das die beruflichen Leistungen der Migranten in den Fokus rücken soll.

„Es gibt in Delmenhorst eine große Anzahl beruflich erfolgreicher Migranten“, sagt Tolan, „und das wollen wir kommunizieren.“ Und zwar in Form einer Broschüre. In dieser sollen berufliche Erfolgsgeschichten von Delmenhorster Bürgern mit Migrationshintergrund Erwähnung finden, die beruflich erfolgreich sind, jedoch nicht unbedingt im Fokus stehen.

„Das soll keine Werbegeschichte werden“, stellt Integrationsbeirats-Mitglied Anne Frerichs klar. Vielmehr sollen Akademiker und Unternehmerpersönlichkeiten abseits der öffentlichen Wahrnehmung Erwähnung finden. Auch nach wirtschaftlich erfolgreichen Migrantinnen wird gesucht. „Wir wollen Vorbilder schaffen, mit denen man sich identifizieren kann“, erklärt Tolan und schlägt dann den großen Vergleich: „Wie bei der Nationalmannschaft, die wird auch allgemein akzeptiert und angefeuert.“ Das Ziel dahinter sei es auch, den Menschen Mut zu machen. „Ich kenne Beispiele, da sind Leute mit Hauptschulabschluss am Ende noch Arzt geworden“, erklärt Tolan.

Die fertige Broschüre soll in einer Auflage von 1500 Stück voraussichtlich im Februar 2013 erscheinen und an Vereine, Verbände und Schulen verteilt werden. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von Martina Meyer-Bothling, Geschäftsführerin der protempo GmbH, die beim Thema erfolgreiche Migranten nicht lange zu suchen braucht: „80 Prozent meiner Mitarbeiter verfügen über einen Migrationshintergrund“, so Meyer-Bothling.

Die finanzielle Planung und das Konzept stehen folglich. Es fehlen jedoch noch die zu veröffentlichenden Erfolgsgeschichten. „Hier sind wir jetzt auf der Suche“, erklärt Tolan. Bewerbungen und Vorschläge können hierfür an die städtische Leitstelle für Integration gerichtet werden.

Quelle: http://www.nwzonline.de/wirtschaft/projekt-soll-schiefes-bild-zurechtruecken_a_1,0,491514801.html
 

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